Dr. Anette Niethammer


Geb. 1966 in Hohengehren bei Esslingen.

Der Umzug von der Stadt aufs Land, nach Mötzingen, ist mir als erster großer Einschnitt noch bewusst. Unterschiedliche Lebensweisen fördern unterschiedliche Denkweisen. Mein Konfirmationsspruch antwortet darauf, von dem ich mich bis heute begleitet, ja manchmal herausgefordert, fast verfolgt fühle: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal. 6,2)

Abitur 1987, Nagold. Eine wilde, unruhige Zeit – am liebsten war ich mit den Pferden im Gelände…

1987-1990: Raumausstatterlehre in einem Restaurierungsbetrieb (Berlin, Nürtingen)

Viel gelernt von alten Handwerkstechniken, dem Polstern und Polieren, auch viel gelernt über menschliche Stärken und Schwächen. Hier wurden Grundlagen gelegt zur späteren Finanzierung meines Studiums, sowie zum Kreativ-Sein dürfen in Innenräumen – Danke!

1990-2003: Studium (Kunstgeschichte/Philosophie/Geschichte) in Würzburg und Tübingen, Promotion (Kunstgeschichte) an der Martin Luther Universität, Halle/Saale.

In der Kunstgeschichte interessiert mich die Frage nach den Symbolen und wie sie von „Moderne" und „Postmoderne" aufgenommen und verändert wurden. Mich interessieren Künstler und ihre Arbeiten, die nach einem symbolischen Ausdruck von Kunst such(t)en.

Traditionen, Moderne und Postmoderne – alles wirkt ineinander, doch wo ist der eigene rote Faden? Welche Haltung nehme ich ein? Welcher Weg zeigt sich mir? Vertiefung im Glauben durch persönliche Erfahrungen, gleichzeitig die Wahrnehmung: die Welt ist soo groß - und ebenso vielschichtig… Die chinesischen Bewegungskünste Taijiquan und Qigong erschließen mir ein DA-Sein in der Bewegung, in der Wahrnehmung, in der Stille – Natur und Schöpfung fallen für mich immer öfter gefühlt in eins. Fast jeden Tag macht mich diese Entdeckung fröhlich und ich empfinde sie als ein in Worten nicht aussprechbares Geschenk!

1994-2008: Mitgliedschaft in der ITCCA (International Tai Chi Chuan Association). Lehrer: Meister Chu King Hung, (bis 2006 London, 2007, Sardinien, Leiter der ITCCA). Ausbildung in der langen Soloform, Tui Shou, Schwertform (Solo u. Partner), Säbelform (Solo), Qigong, Lehrerausbildung innerhalb der ITCCA von 2000 – 2004. Prüfung durch Meister Chu King Hung in London.

Ich sage Danke für viel Unterstützung, für Räume, - innere und äußere - die sich geöffnet haben in noch größere Räume, für Erfahrungen – gute und weniger gute –, die ich nicht missen möchte.

Frühjahr 2008: Austritt aus der ITCCA. Inhaltlich orientiere ich mich jetzt an der „school of central eqilibrium" von Wee Kee Jin (http://www.taijiquan-school-of-central-equilibrium.com). Wee Kee Jin lebt mit seiner Familie in Auckland, Neuseeland. 2009, 2010 jeweils vierwöchiges Intensivtraining in Neuseeland in der Kurzform des Yang-Stils (Cheng Man-ch´ing). Einführung in das System der school-of-central-equilibrium durch weitere Seminare in Deutschland (Loosening-Exercises, Partnerübungen (Tuishou), Schwertform).

Der Yang-Stil ist geblieben, doch andere Schwerpunkte sind seither im Fokus – neue Netzwerke entstehen. Mut, die Dinge weiter zu entwickeln, Kraft, Zeit und Geld zu investieren, macht mir auch die Entwicklung von engagierten und fortgeschrittenen Teilnehmenden. Durch ihre Mitarbeit können wir wöchentliche Übungsabende (zusätzlich zum Unterricht) an verschiedenen Orten einrichten, das Netz an Angeboten, gemeinsam zu üben und zu praktizieren wird dichter.

Nach längerer Erfahrung in den aus China kommenden Entspannungsmethoden und der gegenstandsfreien Meditation (Rujing), hatte ich um das Jahr 2000 herum das Bedürfnis, meinen christlichen Glauben stärker in die Meditation hinein nehmen zu können. Seither übe ich in der Tradition der Ignatianischen Exerzitien und besuche Fortbildungen, die von der evangelischen wie der katholischen Kirche angeboten werden.

Seit 2004 auch Weitergabe der Inhalte in wöchentlichen Meditationsgruppen, Retreats, Einkehrtage.

2003-2005: Teilnahme an dem berufsbegleitenden Weiterbildungskurs der EKHN (Evangelische Kirche Hessen-Nassau) „Geistliche Begleitung und Begleitung von Exerzitien im Alltag"

2007: Einzelbegleitung ignatianischer Exerzitien (1. und 2. (inhaltliche) Woche).

2008: Einzelbegleitung ignatianischer Exerzitien (3. und 4. (inhaltliche) Woche).

2010: Vierwöchige Weiterbildung zu Geistlicher Begleitung, Aspekte der ignatianischen Exerzitien: "Understanding the Spiritual Exercises". Ort: St. Beuno´s, Ignatian Spirituality Centre, North Wales, England.

2011 war ein bewegtes Jahr. Die Erfahrungen der vergangenen 10 Jahre, die ich in meinen Aus- und Weiterbildungen in christlicher Meditation und geistlicher Begleitung machen durfte, haben mich geprägt. Ich habe eine Basis erhalten, die durch die Jahrhunderte hindurch geprüft ist und das gibt mir Sicherheit für die Weitergabe der Inhalte. Für die authentische Weitergabe der Inhalte ist jedoch auch das Erleben und aktiv-Sein in in der Gegenwart von großer Bedeutung. Seit meiner Weiterbildung 2010 in England brach für mich die Frage wieder neu auf: Was macht unsere Zeit heute auf den verschiedenen Ebenen eigentlich aus? Wie sind wir "Kinder der 68-Generation" geprägt? Und was bedeutet diese Prägung für unsere Kinder, die in einer vernetzten, globalisierten Welt aufwachsen? Welche Anforderungen kommen von außen, auch von den anderen Kulturen und von den Katastrophen unserer Zeit der klein gewordenen Welt auf uns zu?

2011: Beginn Studium Psychologie (B.SC.) an der Fernuni Hagen. Interesse an zeitgenössischen, philosophischen Fragestellungen.

2012: Prüfung innerhalb der "school of central equilibrium" (Wee Kee Jin) zum Taiji - Instructor der Yang-Stil Tradition nach Huang Sheng Shyan (Schule Wee Kee Jin)

2013-2015: Eine Ausbildung zur MBSR-Lehrerin hat mir (überraschenderweise) auch Impulse zurück auf meine Taiji-Praxis gegeben: Taiji als Übung der Achtsamkeit...darüber denke ich zur Zeit viel nach und versuche Achtsamkeitspraxis im ursprünglichen Sinne im Taiji zu üben. Fortschritte im Psychylogie-Studium lassen hoffen, dass ich Ende 2016 kurz vor dem Ziel sein werde. So habe ich ein anstrengendes aber auch interessantes Jahr 2016. Psychologische Kenntnisse helfen mir, in meinem Arbeitsgebiet, das sich immer mehr ausweitet, von der Vermittlung von Entspannungsverfahren hin zu Fragen rund um das Thema "Stress" und dessen Bewältigung. Weitere Erfahrung konnte ich in diesem Gebiet sammeln, da ich eine Ausbildung zur Entspannungstrainer(-IN) mit den Verfahren Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training, Qigong, Taiji, Meditation konzipiert habe, die dann im modularen System über die VHS Freudenstadt zwei mal durchgeführt worden ist.

Seit September 2015 darf ich meine Kenntnisse in Entspannungsverfahren und MBSR auch an die Teilnehmer-Innen einer "Tinnitus-Gruppe" vermitteln, die im Abstand von 14 Tagen, eineinhalb Jahre eine ambulante Maßnahme am Kreiskrankenhaus Freudenstadt durchlaufen. Diese Tätigkeit ist auch im Rahmen meines Psychologiestudiums sehr interessant.

Letztlich ist in den vergangenen zwei Jahren auch meine eigene Schule "Go Balanced" in der Galerie Niethammer in Mötzingen gewachsen. Nach wie vor bin ich aber auch stark interessiert mit Trägern zusammen zuarbeiten. Seit über 10 Jahren sind das vor allem die VHS, Rheuma-Liga, Judoclub Horb, die kirchlichen Erwachsenenbildungsstätten in Herrenberg und Horb, sowie das evangelische Einkehrhaus Kloster Kirchberg (bei Horb).


Veranstaltung 2017: Zwischen Himmel und Erde